Infos für Familienzentren und Einrichtungen der Jugendhilfe

Als Familienzentrum oder Einrichtung der Jugendhilfe ist es unter anderem Ihre Aufgabe, die unterschiedlichen Hilfen für Familien zu bündeln und bei Bedarf an die jeweiligen Familien zu vermitteln. Als Einrichtung vor Ort haben Sie den Vorteil, die möglicherweise hilfsbedürftigen Säuglinge/Kleinkinder und deren Familien im Alltag in Ihrer Einrichtung zu erleben. Stärken, aber auch Probleme und Defizite können so schon im Ansatz erkannt werden und mögliche Hilfen frühzeitig angeboten oder vermittelt werden.

Etwa 10 % aller Säuglinge und Kleinkinder leiden in den ersten drei Lebensjahren unter sogenannten Regulationsstörungen (Schrei-, Schlaf- oder Fütterstörungen, Spielunlust, exzessives Trotzen und Klammern), die nicht nur kurzfristige, ein paar Tage dauernde Krisen darstellen. Diese Regulationsstörungen sind durch neuere, sogenannte Eltern-Säuglings-Therapien in der Regel sehr gut und oft in nur wenigen Stunden zu behandeln. Des weiteren leidet eine nicht geringe Anzahl von jungen Müttern an einer oft, nicht leicht zu erkennenden postpartalen Depression.
Werden diese frühen Komplikationen nicht behandelt, besteht die Gefahr, dass die Eltern überlastet und die Säuglings-Eltern-Beziehung in einen ungünstigen Kreislauf negativer Erwartungen und Bezogenheit einmündet, der häufig in späteren Jahren zu gravierenderen Problemen und Auffälligkeiten führt. Sind die Eltern durch die Probleme stark belastet, kann es in extremen Fällen sogar zu gravierenden Formen von Vernachlässigung oder Misshandlung kommen.

Seit dem Jahr 2004 haben wir uns auf die Behandlung früher Regulationsstörungen mit sehr gutem Erfolg spezialisiert. Als kassenärztlich zugelassene Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten entstehen den ratsuchenden Eltern keinerlei Kosten. Wie beim Besuch des Kinderarztes, ist lediglich die Versichertenkarte des Säuglings/Kindes erforderlich. Wir unterliegen einer gesetzlichen Schweigepflicht, arbeiten aber auf Wunsch der Eltern selbstverständlich gerne mit den mitbehandelnden Kinderärzten oder anderen Einrichtungen zusammen.

Bei Eltern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind eigenständig zu uns Kontakt aufzunehmen, kann es sehr hilfreich sein, wenn Sie diese zum Ersttermin begleiten.

Gerne stehen wir Ihnen für eine kurze telefonische fachliche Beratung in Problemfällen zur Verfügung.
Auf Wunsch gestalten wir auch fachliche Fortbildungen für Mitarbeiter/innen Ihrer Einrichtung oder Elternabende zum Thema frühe Entwicklung/frühe Regulationsstörungen bzw. bieten auch Fallsupervisionen für Ihre Einrichtung an.