Mütter- Säuglings-Gruppe

Die psychotherapeutische Mütter-Säuglings-Gruppe

verbindet die Säuglings-Kleinkind-Eltern-Psychotherapie mit der analytischen Gruppenpsychotherapie. Damit ist diese Gruppe ein Angebot um frühe Belastungen und Störungen in der Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beziehung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. In der Gruppe erleben die Mütter, dass sie nicht alleine mit den Sorgen, Ängsten und manchmal auch belastenden Gefühlen ihrem Säugling gegenüber sind, sondern dass es anderen Müttern ähnlich ergeht, und auch diese sich allein gelassen und unverstanden fühlen. In der Gruppe können Mütter erleben, dass ihre Erfahrungen, sich mit ihrem vielleicht manchmal hilflos, ratlos und überfordert zu fühlen keine ungewöhnlichen Gefühle im engen Kontakt mit einem Säugling sind. In der Gruppe versuchen die Mütter gemeinsam mit den beiden Therapeutinnen nach Ursachen und Lösungen für Schwierigkeiten zu suchen. Dabei wird es wichtig sein sowohl die Mütter als auch die Säuglinge mit ihren jeweiligen, oft unterschiedlichen Bedürfnissen und Gefühlen zu verstehen und sich beiden mit wohlwollendem Interesse zuzuwenden. Im gemeinsamen Prozess der Mütter in der Grußße kann es sehr hilfreich sein, unbewusste und ungelöste Konflikte aus der eigenen Lebensgeschichte zu erkennen, um Wiederholungen problematischer Muster aufspüren und lösen zu können. Für die Mütter und ihre Säuglinge bedeutet dies, dass sie sich im geschützten Rahmen der Gruppe auf vielfältige Weise neu erleben. Verhaltensveränderungen und damit einhergehende neue Bindungs- und Entwicklungserfahrungen ermöglichen Chancen für die Mütter, sich an den altersgemäßen Fortschritten ihrer Babies zu freuen und Stolz und Selbstvertrauen in die eigene mütterliche Kompetent zu entwickeln.

Weitere Informationen und eine Möglichkeit zur Anmeldung im verlinktem Flyer 

Infos für Familienzentren und Einrichtungen der Jugendhilfe

Als Familienzentrum oder Einrichtung der Jugendhilfe ist es unter anderem Ihre Aufgabe, die unterschiedlichen Hilfen für Familien zu bündeln und bei Bedarf an die jeweiligen Familien zu vermitteln. Als Einrichtung vor Ort haben Sie den Vorteil, die möglicherweise hilfsbedürftigen Säuglinge/Kleinkinder und deren Familien im Alltag in Ihrer Einrichtung zu erleben. Stärken, aber auch Probleme und Defizite können so schon im Ansatz erkannt werden und mögliche Hilfen frühzeitig angeboten oder vermittelt werden.

Etwa 10 % aller Säuglinge und Kleinkinder leiden in den ersten drei Lebensjahren unter sogenannten Regulationsstörungen (Schrei-, Schlaf- oder Fütterstörungen, Spielunlust, exzessives Trotzen und Klammern), die nicht nur kurzfristige, ein paar Tage dauernde Krisen darstellen. Diese Regulationsstörungen sind durch neuere, sogenannte Eltern-Säuglings-Therapien in der Regel sehr gut und oft in nur wenigen Stunden zu behandeln. Des weiteren leidet eine nicht geringe Anzahl von jungen Müttern an einer oft, nicht leicht zu erkennenden postpartalen Depression.
Werden diese frühen Komplikationen nicht behandelt, besteht die Gefahr, dass die Eltern überlastet und die Säuglings-Eltern-Beziehung in einen ungünstigen Kreislauf negativer Erwartungen und Bezogenheit einmündet, der häufig in späteren Jahren zu gravierenderen Problemen und Auffälligkeiten führt. Sind die Eltern durch die Probleme stark belastet, kann es in extremen Fällen sogar zu gravierenden Formen von Vernachlässigung oder Misshandlung kommen.

Seit dem Jahr 2004 haben wir uns auf die Behandlung früher Regulationsstörungen mit sehr gutem Erfolg spezialisiert. Als kassenärztlich zugelassene Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten entstehen den ratsuchenden Eltern keinerlei Kosten. Wie beim Besuch des Kinderarztes, ist lediglich die Versichertenkarte des Säuglings/Kindes erforderlich. Wir unterliegen einer gesetzlichen Schweigepflicht, arbeiten aber auf Wunsch der Eltern selbstverständlich gerne mit den mitbehandelnden Kinderärzten oder anderen Einrichtungen zusammen.

Bei Eltern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind eigenständig zu uns Kontakt aufzunehmen, kann es sehr hilfreich sein, wenn Sie diese zum Ersttermin begleiten.

Gerne stehen wir Ihnen für eine kurze telefonische fachliche Beratung in Problemfällen zur Verfügung.
Auf Wunsch gestalten wir auch fachliche Fortbildungen für Mitarbeiter/innen Ihrer Einrichtung oder Elternabende zum Thema frühe Entwicklung/frühe Regulationsstörungen bzw. bieten auch Fallsupervisionen für Ihre Einrichtung an.

Kurzinformationen für Kinderärzte

Schrei-, Schlaf- und Fütterstörungen gehören zu den häufigen Problemen, die in der kinderärztlichen Praxis vorgestellt werden. Solche Störungen können durch organische, durch psychoreaktive aber noch weitaus häufiger durch Fehlregulationen zwischen dem Kind und seinen Hauptbezugspersonen verursacht sein.

Die Behandlung dieser frühen Regulationsstörungen hat durch die Weiterentwicklung in der klinisch-empirischen Säuglingsforschung u.a. durch den Einsatz von Videoaufzeichnungen der Eltern-Kind-Interaktion neue Perspektiven bekommen. Konkret versuchen wir die videoaufgezeichneten, individuell einzigartige Interaktionssequenzen, die einen Teufelskreislauf negativer Gegenseitigkeit erkennen lassen, zu identifizieren, zu analysieren und durch das Besprechen ausgewählter Szenen zu verändern. Der Säugling soll hierdurch von den elterlichen Projektionen und Ängste entlastet werden. „Kurzinformationen für Kinderärzte“ weiterlesen

Weiterführende Infos

Die Kenntnis und das richtige Interpretieren von Entwicklungsgefährdungen stellt eine schwierige, aber sehr wichtige Aufgabe in der kinderärztlichen Praxis dar. Die Früherkennung ist einerseits so bedeutungsvoll, weil es kaum einen besseren protektiven Faktor für die Bewältigung späterer lebensgeschichtlicher Belastungen gibt, wie eine komplikationslose frühe Entwicklung. Andererseits besteht die große Gefahr, dass Entwicklungsgefährdungen chronifizieren und so auch die konstruktive Bewältigung späterer Entwicklungsphasen nicht gelingt.  „Weiterführende Infos“ weiterlesen

Wie läuft die Behandlung ab ?

Wenn Sie Ihren Säugling bei uns vorstellen wollen, vereinbaren Sie mit uns telefonisch einen Termin. Schon beim Telefonat haben sie die Gelegenheit uns kurz Ihre Sorgen und Probleme zu schildern. Wir sind sehr bemüht, Ihnen möglichst schnell einen Termin anzubieten. Da wir nicht wissen können, wie belastet Sie durch die Problematik bereits sind und wie wichtig Ihnen ein kurzfristiger Termin ist, verdeutlichen Sie dies bitte im Telefongespräch.

Als kassenärztlich zugelassene Psychotherapeuten können wir Ihnen für Diagnostik, Problemverständnis und anfängliche Behandlung erst einmal bis zu 6 Stunden anbieten, die automatisch von Ihrer Krankenkasse erstattet werden. Viele Probleme lassen sich bereits in diesem Rahmen befriedigend lösen. Sollte mehr Zeit notwendig sein, beantragen wir für Sie weitere Stunden bei Ihrer Krankenkasse. Sie müssen lediglich den Antrag unterschreiben.

Wie bei allen Psychotherapien unterliegen die Inhalte der Sitzungen einer gesetzlich geregelten Schweigepflicht.

Zum ersten Termin, der in der Regel 50 Minuten dauert, kommen bitte Mutter, Vater und natürlich das Baby. Bringen Sie bitte die Versicherungskarte Ihres Kindes und das gelbe Vorsorgeheft mit.

Bei diesem ersten Termin werden wir – Ihr Einverständnis vorausgesetzt – für die Diagnostik Videoaufnahmen anfertigen, die wir zum zweiten Termin auswerten und evtl. mit Ihnen anschauen und besprechen. Videoaufzeichnungen vom Interaktionsverhalten des Säuglings sind in der Regel äußerst aufschlussreich für das Problemverständnis und die Diagnostik, da der Säugling/das Kleinkind nicht direkt befragt werden kann. Gerne können Sie auch zu Hause selbst angefertigte Videoaufzeichnungen von dem problematischen Verhalten mitbringen.

Im frühesten Kindheitsstadium sind seelische und körperliche Prozesse noch wenig getrennt. Daher ist eine gute Zusammenarbeit mit dem für Ihr Kind zuständigen Kinderarzt sehr wichtig. Falls noch nicht geschehen, sollte während der ersten Gespräche daher auch eine körperliche Untersuchung bei Ihrem Kinderarzt erfolgen.